5. Dezember 2021 – 30. Januar 2022

Robert Irwin
Light and Space (Kraftwerk Berlin)

Light and Space (Kraftwerk Berlin) ist die neueste, von LAS in Auftrag gegebene Arbeit des renommierten amerikanischen Künstlers Robert Irwin (geb. 1928 in Long Beach, Kalifornien, USA). Die eigens für das Kraftwerk Berlin geschaffene Installation setzt seine 2007 initiierte Werkserie Light and Space fort und ist das bisher größte Kunstwerk, das der Künstler in Europa ausstellt.

Irwins Schaffen der letzten 50 Jahre ist geprägt von seiner kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung und der Gestaltung von Raum. Er gilt als einer der Vordenker und bekanntesten Vertreter des Light and Space Movements, das sich in den 1960er-Jahren in Südkalifornien aus einem losen Zusammenschluss von Künstler:innen bildete, die sich mit Minimalismus und geometrischer Abstraktion auseinandersetzten. Während sich seine künstlerische Praxis Anfang der 1950er-Jahre noch dem Abstrakten Expressionismus zuordnen ließ, konzentrierte er sich in den 1960er-Jahren auf minimalistische Malerei, die auf radikaler Beobachtung basierte. In den 1970er-Jahren gab er sein Künstleratelier auf und entwickelte seine Arbeiten ab diesem Zeitpunkt direkt im Kontext und mit Bezug zur Architektur der Ausstellungsorte. Die architektonischen Eingriffe zielen darauf ab, die sensorische und zeitliche Wahrnehmung dieser Orte zu verändern und so das Verhältnis zwischen Raum und Betrachter:innen neu und anders erfahrbar zu machen. Es entstanden eine Vielzahl von ortsspezifischen temporären und permanenten Installationen in Museen und Galerien, aber auch in nicht institutionellen Gebäuden, in Parks, Gärten und im urbanen Raum. Seit 2007, mit der Rückkehr ins Atelier, beschäftigt er sich intensiver mit fluoreszierendem Licht als künstlerischem Medium.

Leuchtstoffröhren, die in abstrakten, rhythmischen und zugleich nicht entschlüsselbaren Mustern auf weißen Wänden mit feinster Oberflächenbehandlung angebracht sind, bilden den Kern der Light and Space-Serie von Robert Irwin. Das aktuelle Werk im Kraftwerk Berlin ist gleich aus zwei Gründen besonders: Es ist Irwins bisher größtes in Europa gezeigtes Werk und es kombiniert zum ersten Mal weiße mit blauen Leuchtstoffröhren, die auf beiden Seiten einer frei stehenden, 16 x 16 Meter großen Wand angebracht sind. Irwin knüpft hier an seine malerischen Experimente der 1960er-Jahre an, in denen er sich mit dem Potenzial abstrakter Kunst beschäftigte, ein Sehen zu erzeugen, das sich vom Gegenstand löst, und verbindet sie mit seinem neueren Interesse an der Wahrnehmung von Farbe.

Die Ausstellung ist ein herausragendes Beispiel für Irwins Talent, einen Raum mit reduzierten Mitteln nachhaltig zu verändern: Irwin entwickelt das Werk mit seinen Maßen und Proportionen auf die imposante Architektur des Kraftwerks hin; das von der Wand ausgehende Licht erweitert das Werk in den Raum hinein. So lenkt der Künstler die Wahrnehmung der Betrachtenden auf das Verhältnis, das zwischen Kunstwerk und Raum entsteht, darüber hinaus aber auch darauf, die eigene Position in diesem Verhältnis wahrzunehmen. Damit wird die Wahrnehmung des eigenen Sehens zum zentralen Bestandteil des Werkes. Das Eintauchen in dieses Experiment mit Licht und Raum macht, wie Robert Irwin sagt, auf einzigartige Weise erfahrbar, „wie Kunst die Art und Weise prägt, mit der wir die Welt sehen“.

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11. Dezember 2021 – 15. Januar 2022

Sharon Eyal & Gai Behar
This Is Not A Love Show

Tanzreihe

Soul Chain
Eine Produktion des Staatstheater Mainz

Samstag, 11.12.2021, 20:30 Uhr
Sonntag, 12.12.2021, 20:30 Uhr

Half Life
Eine Produktion des Staatsballett Berlin

Donnerstag, 6. Januar 2022, 20:30 Uhr
Freitag, 7. Januar 2022, 20:30 Uhr

LOV3
LAS präsentiert OCD Love, Love Chapter 2, und Chapter 3: The Brutal Journey of the Heart. Die Trilogie wurden von Sharon Eyal und Gai Behar eigens für die L-E-V Dance Company konzipiert.

Donnerstag, 13. Januar 2022, 20:30 Uhr
Freitag, 14. Januar 2022, 20:30 Uhr
Samstag, 15. Januar 2022, 20:30 Uhr

 

LAS präsentiert eine von der renommierten israelischen Choreografin Sharon Eyal und ihrem künstlerischen Partner Gai Behar konzipierte Tanzreihe.

Eyal & Behars gemeinsamen Werke erlangen weltweit hohe Anerkennung. Unter Einfluss einer klassischen Ballettausbildung sowie jahrelangen Trainings bei Ohad Naharin an der Batsheva Dance Company, hat Eyal einen charakteristischen Stil entwickelt, der es ihr erlaubt, durch körperliche Ausdruckskraft, eindrucksvolle Feinfühligkeit und ungezügelte Leidenschaft intensive Gefühlszustände auszudrücken. Gai Behar ist eine Ikone der Musik- und Partyszene Tel Avivs und bringt – geprägt durch seine langjährige Erfahrung in der Rave-Kultur – einen weiteren spannenden Aspekt in diese einzigartige Zusammenarbeit ein. Untermalt werden die Stücke durch hypnotische Beats von Ori Lichtik, der Eyal & Behar seit langem musikalisch begleitet.

Das Tanzensemble L-E-V (abgeleitet von “lev” [hebräisch] = Herz) gründeten Eyal & Behar 2013 als Resultat langjährig akkumulierter Energie und Dynamik. Mit L-E-V vereinen sie Bewegung, Licht, Musik, Mode und Technologie. Die Werke, die für dieses besondere Ensemble entstehen, werden von herausragenden Tänzer:innen in interdisziplinären Aufführungen an unterschiedlichsten Orten präsentiert und sind gleichermaßen in Techno-Clubs wie in Opernhäusern zu Hause.

Die von LAS gezeigte Tanzreihe bietet einen Überblick über Eyal & Behars bedeutendste Werke. Das Berliner Publikum erwarten Highlights ihres Repertoires: die Berlin-Premiere von Soul Chain, eine tanzmainz-Produktion, Half Life, eine Produktion des Staatsballett Berlin sowie LOV3: eine eigens für L-E-V Dance Company konzipierte Trilogie, welche die Stücke OCD Love, Love Chapter 2 und Chapter 3: The Brutal Journey of the Heart umfasst.

Die Stücke werden von Eyal so adaptiert, dass sie im Dialog mit der industriellen Architektur des Kraftwerk Berlin stehen.Seit der Gründung des benachbarten legendären Nachtclubs Tresor im Jahr 1991 gilt das Areal des ehemaligen Heizkraftwerks im Herzen Berlins als feste Institution der Berliner Musik- und Undergroundkultur. Über die Dauer von Sharon Eyal & Gai Behar: This Is Not A Love Show ist das Kraftwerk Berlin mehr als nur Schauplatz ihrer Aufführungen. Es wird auch zu dem Ort, an dem Eyal & Behar mit ihrer Kompanie zwei Monate lang neues Material entwickeln werden.

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29.04.-01.05.2022

RIAS Kammerchor Berlin: Überirdisches II – Mond

Dirigent: Justin Doyle

Alec Roth Earthrise

für gem. Chor zu 40 Stimmen

Thomas Tallis Spem in alium

Alessandro Striggio Ecce beatam lucem

Antoine Brumel Missa „Et ecce terrae motus“ à 12 vocis

Meredith Monk Earth seen from above

Alec Roths 2010 uraufgeführtes Stück Earthrise ist eine Meditation auf die Ausbeutung der Welt durch die Menschheit, auf Visionen aus dem Weltraum, ein Plädoyer für Weisheit und gegenseitiges Verständnis. Mit 8 Chören à 5 Stimmen bedient es sich dem Format von Spem in alium von Thomas Tallis. Die Motette für 40 unabhängige Stimmen ist ein Fixstern in dessen Werk. 1573 muss das Publikum bei der Uraufführung verblüfft gewesen sein, unabhängig davon, ob es die Entstehungsanekdote kannte oder nicht. Tallis soll seine Komposition als Geste des Übertrumpfens auf seinen italienischen Kollegen Alessandro Striggio geschrieben haben, der zuvor ein ähnlich monumentales Werk nach England schickte. Die 12-stimmige Missa Et ecce terrae motus des Franzosen Antoine Brumel kommt als ein Stück Zukunftsmusik daher, das die Vision einer besseren Welt entwirft. Ein Meisterwerk des Kontrapunkts, das mit dichtem Stimmengewirr, komplexer Rhythmik und schwebendem Klangbild magisch-explosive Stimmung erzeugt.

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24.05.2022

Staatskapelle Berlin:

Gletscherwelten im Heizkraftwerk

Ursprünglich für Juni 2021 geplant, wurde dieses Konzert auf Mai 2022 verschoben.

Für ihr zehntes Klimakonzert bespielen die Musiker*innen der Staatskapelle Berlin einen Ort Berliner Industriegeschichte: Das Kraftwerk Berlin. Als Heizkraftwerk Mitte versorgte es die Menschen lange Zeit mit Wärme ist es heute ein überwältigender Raum, in dessen spürbarer Energie die Künstler der Staatskapelle gemeinsam mit dem Dirigenten Frank Strobel die schmelzenden Gletscherlandschaften von vor 100 Jahren zu neuem Leben erwecken werden.

Die Weiße Hölle vom Piz Palü
(Deutschland 1929)
Ein Filmkonzert-Drama in vergangenen Gletscherlandschaften
Musik: Ashley Irwin

Frank Strobel, Dirigent
Staatskapelle Berlin

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